Wie man herausfindet, wo ein Foto aufgenommen wurde: Eine praktische 9-Schritte-Geolokalisierungs-Checkliste
2025/12/15

Wie man herausfindet, wo ein Foto aufgenommen wurde: Eine praktische 9-Schritte-Geolokalisierungs-Checkliste

Eine einsteigerfreundliche Checkliste, um herauszufinden, wo ein Foto aufgenommen wurde – mithilfe von EXIF-Metadaten, visuellen Hinweisen, Karten und KI – plus Tipps zur Verifizierung und datenschutzfreundlichen Best Practices.

Wenn du auf ein Foto schaust und denkst: „Wo ist das?“, bist du nicht allein. Die gute Nachricht: Du musst kein Detektiv sein, um eine gute Antwort zu finden. Mit einem wiederholbaren Prozess – Metadaten, visuellen Hinweisen, Karten und sorgfältiger Verifizierung – kannst du ein Foto meist auf eine Stadt, ein Viertel, einen Aussichtspunkt oder sogar den genauen Ort eingrenzen (wenn es sich um einen öffentlichen Ort handelt).

Dieser Leitfaden ist eine praktische, einsteigerfreundliche Geolokalisierungs-Checkliste, die du für Reisebilder, alte Kamerarollen und öffentliche Fotos, die du verantwortungsvoll verifizieren möchtest, wiederverwenden kannst.


Was „den Ort finden“ eigentlich bedeutet

Bevor du beginnst, definiere, was Erfolg bedeutet:

  • Stufe 1 — Region: „Das sieht nach Südspanien aus.“
  • Stufe 2 — Stadt/Gebiet: „Das ist Lissabon.“
  • Stufe 3 — Wahrzeichen: „Das ist Miradouro da Senhora do Monte.“
  • Stufe 4 — Exakter Aussichtspunkt (öffentlich): „Dieses Foto wurde von diesem Aussichtspunkt aufgenommen.“

Für die meisten Menschen reicht Stufe 2 oder 3 völlig aus. Stufe 4 ist möglich, wenn es starke, öffentliche, überprüfbare Hinweise gibt (markante Skyline, Straßen, Küstenlinie, Geometrie eines Wahrzeichens).


Die 9-Schritte-Geolokalisierungs-Checkliste

1) Beginne mit dem, was du bereits weißt

Notiere jeden Kontext bevor du mit der Untersuchung beginnst. Selbst vage Erinnerungen helfen:

  • Ungefähres Jahr/Jahreszeit (Winter vs. Sommer)
  • Art der Reise (Städtereise, Wandern, Strand)
  • Erinnerte Städte oder Länder
  • Wer das Foto gemacht hat / welches Gerät

Das verhindert, dass du dich zu schnell auf die erste plausible Antwort festlegst.


2) Prüfe, ob deine Fotobibliothek den Ort bereits kennt

Wenn es dein Foto ist, hat dein Smartphone den Ort möglicherweise bereits gespeichert.

  • Suche nach „Info“ / „Details“ in deiner Fotos-App.
  • Manchmal siehst du eine Kartenmarkierung, Koordinaten oder eine Ortsbezeichnung.

Wenn du einen Ort siehst, betrachte ihn als starken Hinweis – aber überprüfe ihn trotzdem, falls es wichtig ist (Metadaten können fehlen, falsch oder nachträglich verändert sein).


3) Suche nach EXIF-Metadaten (GPS, Zeit, Kameramodell)

EXIF ist die versteckte „Datenebene“, die manche Fotos enthalten: Zeitstempel, Geräteinformationen und manchmal GPS.

Auch ohne GPS können EXIF-Daten nützlich sein:

  • Tageszeit (hilft bei der Interpretation von Schatten)
  • Brennweite (hilft beim Vergleich der Perspektive)
  • Ob das Foto ein Screenshot ist (oft bedeutet das, dass Metadaten entfernt wurden)

Wenn deine Datei keine EXIF-Daten hat, keine Sorge – die meisten sozialen Plattformen entfernen sie. Du kannst den Ort trotzdem anhand visueller Hinweise bestimmen.

(Wenn du eine ausführlichere Anleitung möchtest, siehe unseren EXIF-Leitfaden – du kannst diesen intern verlinken, sobald er veröffentlicht ist.)


4) Scanne das Bild nach Text (der schnellste Erfolg)

Text ist der kürzeste Weg zu einem Ort:

  • Straßenschilder
  • Geschäftsnamen
  • Kfz-Kennzeichen (Hinweise auf Länderebene)
  • Farben von U-Bahn-Linien + Stationsnamen
  • Sprache + diakritische Zeichen (ñ, ø, ğ, ą usw.)
  • Domain-Endungen auf Schildern (.fr, .de, .co.uk)

Tipp: Zoome hinein und mache Screenshots kleiner Textbereiche, um sie sauber zu untersuchen.


5) Erkenne große „Ankermerkmale“

Selbst unscharfe Hintergrundformen können wertvoll sein. Achte auf:

  • Küstenlinie vs. Binnenland
  • Gebirgstyp (runde Hügel vs. gezackte Gipfel)
  • Flussbiegungen / Brücken
  • Wüste vs. Wald vs. tropische Vegetation
  • Schneelinien (Hinweise auf Jahreszeit und Höhe)
  • Dachstile und Baumaterialien

Frage dich: „Was müsste dieser Ort geografisch haben, damit dieser Blick existiert?“


6) Nutze Architektur und Infrastruktur als regionale Fingerabdrücke

Einige schnelle Signale:

  • Straßenmarkierungen (weiße/gelbe Linien, Reflektoren)
  • Gehwegstil und Bordsteine
  • Strommasten und Straßenlaternen
  • Form und Farbe von Verkehrsschildern
  • Geländer, Zäune, Balkonstile
  • Dachneigung und Ziegelmuster

Kein einzelner Hinweis ist entscheidend – aber mehrere Hinweise, die auf dieselbe Region deuten, sind stark.


7) Nutze Schatten (wenn die Sonne sichtbar ist)

Schatten können helfen, Richtung und manchmal die Hemisphäre zu bestimmen.

  • Wenn Schatten lang sind, ist es möglicherweise früher Morgen/später Nachmittag – oder Winter.
  • Wenn du abschätzen kannst, wo die Sonne steht, kannst du erraten, in welche Richtung die Kamera zeigt.

Sei vorsichtig: Weitwinkelobjektive und hohe Gebäude können die Schatteninterpretation verzerren. Betrachte es als unterstützenden Hinweis, nicht als Beweis.


8) Erzeuge Kandidaten mit Where is this place (KI-Hypothesen-Schritt)

Jetzt bist du bereit für einen Geschwindigkeitsschub.

Gehe zu deinem AI Photo Locator und lade das Bild hoch:

  • Verwende die sauberste, hochauflösendste Version, die du hast.
  • Wenn das Tool Hinweise unterstützt, gib einen weichen Hinweis („irgendwo in Europa“) statt einer erzwungenen Vermutung.
  • Notiere die Top-Kandidaten und eventuelle Vertrauensindikatoren.

Du kannst diesen Schritt mit deiner Tool-Seite verlinken, zum Beispiel:

Betrachte das KI-Ergebnis als deine Hypothesenliste, nicht als endgültiges Urteil.


9) Überprüfe mit Karten (hier „verdienst“ du dir die Antwort)

Verifizierung verwandelt „scheint richtig“ in „ist richtig“.

Öffne deinen Kandidatenort in einer Karten-App:

  1. Wechsle zur Satellitenansicht
  2. Vergleiche große Formen: Küstenverläufe, Flüsse, Parks, Straßenwinkel
  3. Prüfe Höhenlage / Gelände, wenn Hügel oder Berge sichtbar sind
  4. Nutze Street-Level-Bilder (wo verfügbar), um Folgendes abzugleichen:
    • Gebäudefassaden und Fensteranordnung
    • Kreuzungsgeometrie
    • Geländer, Bänke, Laternenpfähle
    • Die exakte Skyline-Silhouette

Wenn du mehrere Referenzpunkte (einen Turm + eine Brücke + einen Bergrücken) übereinanderlegen kannst, steigt dein Vertrauen erheblich.


Eine schnelle Methode zur „Vertrauensbewertung“

Verwende diese einfache Skala:

  • Hohes Vertrauen: Du hast mindestens 3 unabhängige Merkmale abgeglichen (z. B. Skyline-Form + Straßenwinkel + einzigartiges Gebäude).
  • Mittleres Vertrauen: Du hast 1–2 starke Merkmale abgeglichen (z. B. Wahrzeichen + Küstenlinie), kannst aber den genauen Standpunkt nicht bestätigen.
  • Geringes Vertrauen: Die Übereinstimmung basiert hauptsächlich auf „Gefühl“ oder Architekturstil.

Für Blogposts und öffentliche Beiträge ist es völlig in Ordnung, eine stadtbezogene Antwort zu veröffentlichen, wenn das die sichere, belegte Ebene ist.


Verantwortungsvolle Nutzung und Datenschutz

Where is this place ist für Reisen, Neugier, Fotoorganisation und die Verifizierung öffentlicher Behauptungen gedacht – nicht zum Aufspüren von Personen.

Vermeide es, Geolokalisierungstechniken zu verwenden, um:

  • private Wohnsitze zu identifizieren,
  • private Adressen offenzulegen,
  • Personen in sensiblen Kontexten zu verfolgen.

Wenn dein Inhalt Menschen zeigt, verwende standardmäßig allgemeine Ortsangaben (Stadt/Region) statt exakter Koordinaten.


FAQ

Kann ich einen Ort aus einem Foto ohne Metadaten finden?

Ja. Viele Fotos im Internet haben entfernte Metadaten. Visuelle Hinweise + Karten + Verifizierung funktionieren trotzdem.

Warum sehen zwei verschiedene Orte „richtig“ aus?

Viele Städte haben ähnliche Architektur und Straßenmöbel. Deshalb ist Verifizierung wichtig – insbesondere der Abgleich von Geometrie und Skyline-Formen.

Was ist der schnellste Weg, um weiterzukommen?

Finde einen soliden Anker: lesbaren Text, ein markantes Wahrzeichen oder eine Küsten-/Berglinie, die du auf einer Karte abgleichen kannst.


Fazit

Wenn du jedes Mal dieselbe Checkliste befolgst – Metadaten → Text → Anker → Kandidaten → Verifizierung – wirst du mehr Fotos lösen, mit weniger Fehlzuordnungen und höherem Vertrauen.