
EXIF-Metadaten 101: Wie man GPS-Daten von Fotos liest (und was zu tun ist, wenn sie fehlen)
Erfahre, was EXIF-Metadaten sind, wie du überprüfst, ob ein Foto GPS-Standortdaten enthält, und erhalte praktische Datenschutz-Tipps, um Bilder sicher zu teilen, wenn Metadaten vorhanden sind.
EXIF-Metadaten können sich wie Magie anfühlen: Manchmal enthält ein Foto still und leise die genauen GPS-Koordinaten, wo es aufgenommen wurde. Andere Male fehlen die Metadaten vollständig – und das ist ebenfalls normal.
In diesem Leitfaden lernst du:
- was EXIF ist (und was nicht),
- wie du überprüfst, ob ein Foto Standortdaten enthält,
- warum GPS online oft fehlt,
- wie du KI + visuelle Verifikation nutzt, wenn EXIF nicht verfügbar ist,
- und wie du Fotos sicherer teilst.
Was sind EXIF-Metadaten?
EXIF steht für „Exchangeable Image File Format“. Einfach gesagt ist es ein Bündel von Details, die einige Kameras und Handys in einer Bilddatei speichern.
Je nach Gerät und Einstellungen kann EXIF Folgendes enthalten:
- Datum/Uhrzeit der Aufnahme
- Kamera-/Handymodell
- Belichtungseinstellungen (ISO, Verschlusszeit, Blende)
- Brennweite des Objektivs
- Ausrichtung/Drehung
- GPS-Koordinaten (Breiten-/Längengrad), wenn Standortdienste aktiviert waren
Wichtig: EXIF ist nicht garantiert. Es ist optional, kann von Apps entfernt oder bearbeitet werden.
Was EXIF beweisen kann (und was nicht)
EXIF sollte als starker Hinweis, nicht als unumstößliche Wahrheit betrachtet werden.
EXIF kann dir helfen:
- deine Fotobibliothek nach Orten zu organisieren,
- dich zu erinnern, wo ein Urlaubsfoto aufgenommen wurde,
- ein Suchgebiet schnell einzugrenzen.
EXIF kann nicht immer beweisen:
- die ursprüngliche Quelle des Fotos (Dateien können neu gespeichert werden),
- das genaue Datum (Zeitstempel können falsch sein),
- den Standort (GPS kann ungenau oder verändert sein).
Wenn du etwas Wichtiges überprüfst, kombiniere EXIF immer mit visueller Bestätigung.
So überprüfst du EXIF-Standortdaten auf gängigen Geräten
Auf dem iPhone (Fotos-App)
- Öffne das Foto in „Fotos“.
- Tippe auf die Info-Schaltfläche (oft ein „i“).
- Wenn der Standort gespeichert wurde, siehst du normalerweise eine Kartenansicht und eine Ortsbezeichnung.
Wenn du keinen Standort siehst, ist er möglicherweise für die Kamera deaktiviert, wurde von einer App entfernt oder die Datei ist ein Screenshot.
Auf Android (Galerie / Fotos)
Unterschiedliche Android-Geräte variieren, aber suche nach:
- „Details“
- „Info“
- „In Karte anzeigen“
Wenn deine Galerie keinen Standort anzeigt, überprüfe die Originaldatei in Google Fotos oder einem Dateimanager, der Metadaten anzeigen kann.
Auf macOS
Optionen sind:
- Fotos-App → Info-Panel
- Vorschau-App → Werkzeuge → Inspektor anzeigen → „Exif“ / „GPS“ (falls verfügbar)
Auf Windows
- Rechtsklick auf die Bilddatei → Eigenschaften
- Öffne den Reiter Details
- Suche nach „GPS“-Feldern oder ortsbezogenen Einträgen
Warum GPS-Metadaten online oft fehlen
Selbst wenn dein Originalfoto GPS-Daten hatte, können sie beim Hochladen oder Teilen verschwinden.
Häufige Gründe:
- Soziale Plattformen und Messenger-Apps entfernen Metadaten oft aus Datenschutz- und Speicherplatzgründen.
- Screenshots enthalten normalerweise keine ursprünglichen EXIF-Daten.
- Einige Editoren und Komprimierungstools entfernen Metadaten beim Exportieren.
- Manche Kameras haben nie GPS aufgezeichnet.
Deshalb kann ein „Standort aus Foto finden“-Tool nicht nur auf EXIF vertrauen – es muss auch den Bildinhalt analysieren.
Wenn EXIF fehlt: die besten Alternativen
Wenn dein Foto keine GPS-Daten hat, kannst du trotzdem mit einem visuellen Workflow erfolgreich sein.
1) Verwende „Where is this place“, um Standortkandidaten zu generieren
Lade die sauberste Version des Bildes hoch:
- vermeide starke Zuschnitte und Filter, wenn möglich,
- lasse Hintergrundkontext (Skyline, Gelände, Straßen) sichtbar.
Du kannst es hier ausprobieren:
2) Auf einer Karte verifizieren (nicht überspringen)
Selbst wenn KI einen Standort vorschlägt, verhindert die Verifikation Fehlzuordnungen.
Nutze:
- Satellitenansicht, um Küstenlinien/Straßen/Gelände abzugleichen,
- Straßenansicht, um genaue Geometrie und Blickwinkel zu vergleichen.
3) Verwende „Anker-Hinweise“
Wenn du nicht weiterkommst, suche nach:
- lesbarem Text (Schilder, Geschäftsnamen),
- markanten Wahrzeichen,
- Gebirgskämmen oder einzigartigen Küstenformen.
Datenschutzhinweis: EXIF kann mehr preisgeben, als du denkst
Wenn dein Foto GPS enthält, kann das Teilen der Datei Folgendes offenlegen:
- deine Wohnadresse,
- den Standort einer Schule,
- private Routinen (wenn mehrere Fotos GPS enthalten),
- sensible Orte (medizinische Einrichtungen, Schutzräume usw.).
Sicherere Möglichkeiten, Fotos zu teilen
Wenn du das Risiko reduzieren möchtest:
- teile über Plattformen, die Metadaten entfernen,
- exportiere Bilder mit aktivierter Option „Standort entfernen“ (falls verfügbar),
- vermeide es, Originaldateien öffentlich zu teilen, wenn Personen oder private Orte darauf zu sehen sind.
Wenn dein Ziel Storytelling ist (Reiseblog, Social Media), kannst du oft einen stadtweiten Standort teilen, ohne genaue Koordinaten zu veröffentlichen.
Eine einfache „EXIF-Check“-Checkliste
Bevor du ein Foto veröffentlichst oder sendest:
- Enthält dieses Bild GPS-Daten?
- Zeigt es Personen oder private Orte?
- Würden die genauen Koordinaten ein Sicherheitsrisiko darstellen?
- Kannst du eine risikoärmere Version teilen (beschnitten, ohne Standort exportiert oder mit Stadtangabe)?
FAQ
Enthält jedes Foto EXIF?
Nein. Es hängt von den Geräteeinstellungen, dem Dateiformat und davon ab, ob eine App die Daten entfernt hat.
Wenn ein Foto GPS hat, ist es immer genau?
Nicht immer. GPS kann abweichen, besonders in dichten Städten oder Innenräumen. Betrachte es als starken Hinweis und überprüfe visuell.
Kann KI einen Standort ohne EXIF finden?
Oft ja – durch Analyse des sichtbaren Bildinhalts (Gelände, Architektur, Wahrzeichen) und anschließende Bestätigung mit Karten.
Fazit
EXIF ist eine leistungsstarke Abkürzung, wenn es vorhanden ist – aber die zuverlässigsten Standortergebnisse entstehen durch EXIF + visuelle Hinweise + Kartenverifikation.
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